2016 European Handgun Championship

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Die Pistolen und Revolver IPSC Europameisterschaft 2016 wird in der Zeit vom 3.-8. Oktober in Felsőtárkány in Ungarn abgehalten. Die Stadt Eger, in der die Eröffnungsfeier abgehalten wurde, ist auf Tourismus ausgelegt und absolut eine Reise wert.

Die vorhandene Schießsportstätte bietet sowohl von der Lage als auch von der Größe, großartige Möglichkeiten eine Europameisterschaft abzuhalten. Parkplätze für die Teilnehmer und Helfer sind ausreichend vorhanden. Das Stagedesign in Sachen Stageauflösung und gefragter Schießfertigkeit ist dem Veranstalter auch bestens gelungen. Die Ausführung mit Bezug auf Ansehnlichkeit ist jedoch als durchschnittlich zu bewerten.

Leider ist das Match so organisiert, dass eine reibungsfreie Abwicklung nur dann gewährleistet ist, wenn es zu keinen Stagegebrechen kommt und das Wetter schön bleibt. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Dauerregen in Kombination mit einem weichen Lehmboden lassen das Match regelrecht im Schlamm versinken. Der Veranstalter hat im Vorfeld keine Vorkehrungen getroffen um die Targets mit kleinen Regenüberdachungen zu schützen. Derartige Regenüberdachungen werden mittlerweile in Österreich bei allen Outdoor-Matches erfolgreich eingesetzt. Bei der EHC wird lediglich improvisiert und über jede Scheibe ein durchsichtiger Müllsack gestülpt, der bei jeder Trefferaufnahme wieder abgenommen und nach dem Bekleben der Scheibe wieder darübergestülpt wird.

Ein Stage-Reset dauert unter diesen Bedingungen bei langen Stages teilweise bis zu 10 Minuten pro Schützen. Bei Squadgrößen mit 16 Schützen kann man sich leicht ausrechnen wie lange es dauert bis eine Squad die Stage absolviert hat. Verzögernd wirken auch die regelmäßigen Stagegebrechen. Bis zu 3 Re-Shoots pro Schützen in der Stage sind keine Seltenheit. Bereits am ersten Tag kam es zu erheblichen Verzögerungen. Manche Squads mussten im Dunklen schießen. Das Foto unten zeigt wie mit den Scheinwerfern eines  TOYOTA TUNDRA die Stage ausgeleuchtet wird, damit die Squad nicht in völliger Dunkelheit schießen muss.

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Am zweiten Tag konnte meine Squad (Nr. 15) binnen 5 Stunden im Dauerregen knapp 4 Stages von 6 geplanten absolvieren. Andere Squads haben nur 3 Stages an diesem Tag bewältigt. Allergrößte Hochachung ist den Range Officern und Helfern zu erbringen, die bei diesen Bedingungen versuchen den Bewerb zu retten. Seitens der Organisation sind keine Maßnahmen (z.B. Regenüberdachungen für Targets, Aufschütten von Schotter, Bekanntgabe von Zeitplanänderung um versäumte Stages nachzuholen u.a.) zur Behebung der Mängel zu erkennen. Das folgende Bild zeigt den Zustand einer Stage bei Regenpause. Diese Stage ist leider representativ für die meisten Stages.

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Und so sieht diese Stage bei Regen aus.

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So sieht es außerhalb der Stage im Wartebereich aus.

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Anzumerken ist, dass zu wenige Helfer vorhanden sind und die Schützen selbst beim Abkleben helfen und die Treffer den ROs ansagen. Die Objektivität ist somit nicht mehr gegeben.

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Auf das Wetter hat man leider keinen Einfluss. Man sollte jedoch die entsprechenden Vorkehrungen für ein derartiges Match treffen, falls der unerwünschte, jedoch zu erwartende Regen fällt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Teilnehmer wetterfest sind, jedoch die gesamte Veranstaltung ganz und gar nicht !

Wir investieren alle sehr viel Geld und Zeit in dieses Match. Meine persönliche Meinung ist, dass der IPSC Weltverband als hauptverantwortlicher Dienstleister zu betrachten ist, der im Vorfeld Startgelder kassiert und somit zur entsprechenden Leistungserbringung verpflichtet ist. Leider kommt er seiner Verpflichtung, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, in keinster Weise nach. Lediglich allen Helfern und Teilnehmern für Ihren außerordentlichen Einsatz zu danken, denn mehr ist seitens des IPSC Weltverbandes nicht passiert, ist zu wenig.

Bosko Rasovic – LuckyDelta

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